Evaluation der privaten Unterbringung von Geflüchteten veröffentlicht
April 2026: Welche Auswirkungen hatten die privaten Unterbringungen von Geflüchteten in Gastfamilien, insbesondere von Schutzsuchenden aus der Ukraine ab 2022, auf deren Integrationsstand? BSS ging dieser Frage im Auftrag des Staatssekretariats für Migration (SEM) in einer Studie nach.
Im Auftrag des SEM hat BSS eine Studie zur privaten Unterbringung von Geflüchteten in Gastfamilien erarbeitet. Diese wurde nun gemeinsam mit dem Bericht in Erfüllung des Postulats von Samira Marti mit dem Titel «Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg: Evaluation des Integration- und Sparpotenzials einer Verstetigung der privaten Unterbringung im Asylwesen» (Postulat 23.3203) veröffentlicht. Die Ergebnisse liefern wichtige Erkenntnisse für die zukünftige Ausgestaltung der Unterbringung und Integration von Geflüchteten in der Schweiz.
Geflüchtete in privater Unterbringung profitieren insbesondere im Alltag durch direkte Unterstützung, schnellere Orientierung sowie durch intensiveren Kontakt zur lokalen Bevölkerung. Dies wirkt sich unter anderem förderlich auf deren Spracherwerb und die gesellschaftliche Teilhabe aus. Des Weiteren deutet die Studie darauf hin, dass private Unterbringung über die Förderung eines direkten Austauschs auch zu einer erhöhten Akzeptanz in der Aufnahmegesellschaft gegenüber Menschen mit Fluchterfahrungen beitragen kann. In Bezug auf die Arbeitsintegration sowie mögliche finanzielle Einsparungen erschweren vermutete Selektionseffekte eine eindeutige Aussage. Die Ergebnisse legen nahe, dass die private Unterbringung – insbesondere in ausserordentlichen Lagen – ein sinnvolles ergänzendes Instrument darstellen kann. Zudem erscheint es denkbar, die private Unterbringung als reguläres Angebot zu verstetigen und über Schutzsuchende hinaus auch systematisch für anerkannte Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene zu öffnen.
Link: Medienmitteilung des SEM
